Mein Name ist Bernd Freisens, wie Sie ja sicherlich bereits im Kopf dieser Seite gelesen haben.

Schon als kleiner Junge interessierte ich mich für Tiere und bekam von meinen Eltern mein erstes Aquarium geschenkt.
Es handelte sich um ein „typisches“ Gesellschaftsbecken mit Guppy, Platy, Schwertträger, Keilfleckbarben,
Glühlichtsalmlern, Panzerwelsen und blauen Antennenwelsen. Typisch für die damalige Zeit war die Unkenntnis über
die Bedürfnisse der Fische. Es gab einige Zoohändler, die einem alles verkauften und kostenlos Krankheiten mitlieferten.
Nach der Falschbehandlung einer Ichthyoerkrankung, ich beschrieb damals dem Händler, bei dem ich die Fische gekauft
hatte die Symptome, weisse Pünktchen, die sich von seinen Fischen auf meine übertragen hatten und er verkaufte mir ein
Pilzmittel. Innerhalb der nächsten Tage verlor ich meinen kompletten Bestand und auch die Lust an dem Taschengeld
verschlingende Aquarium. Das Aquarium wurde leer gemacht und in der Garage verstaut.

Dann wurde es Zeit für die Ausbildung. Leider konnte ich aus gesundheitlichen Gründen meinen damaligen Traumberuf
 in einem absoluten Traumbetrieb mit einem tollen Arbeitsklima nicht erlernen. Es musste ein Bürojob
werden mit möglichst geringer körperlicher Anstrengung. Ein trockener Bürojob? Das lag mir aber überhaupt nicht.
Glücklicherweise suchte damals ein Zierfischgroßhändler einen Auszubildenden. Das konnte nicht Trocken sein, also
bewarb ich mich um die Ausbildungsstelle und bekam sie auch. Das war im Jahr 1987. Während meiner dreijährigen
Ausbildungszeit sammelte ich viele Erfahrungen im Umgang mit Fischen. Ich lernte viel über Fischkrankheiten und deren
erfolgreiche Behandlung. Da erst wurde mir bewusst, dass ich mit dem richtigen Medikament meine damaligen Fische
hätte retten können. Das ärgerte mich unheimlich. Wie kann so jemand, wie der damalige Zoohändler, ein Geschäft führen
und beratend tätig sein? Das war ein Unding!

Mit dem ebenfalls neu erworbenen Wissen über das Verhalten der vielen verschiedenen Fischarten, reichte es nicht mehr
die Fische zu Hause „nur“ zu pflegen und gelegentlich ein paar Junge Lebendgebärende im Ablaichkasten groß zu ziehen.
Das eingemottete Aquarium sollte wieder befüllt werden, allerdings hatte es die Lagerung nicht überstanden. Es wurde ein
Neues gekauft und ich versuchte die Fische zu vermehren. Bald schon gelang die Vermehrung von Zebrabärblingen, Leopardbärblingen, Schillerbärblingen, Prachtbarben, Brokatbarben, Metall- und Albino Panzerwelsen, blauen und
Albino Antennenwelsen, Trauermantelsalmlern, Rotaugen Moenkhausia, Purpurprachtbarschen, schwarz-weißen
Schlankcichliden, Schachbrettschlankcichliden, südamerikanischer Schachbrettcichliden, ...
Mit der wachsenden Anzahl von Nachzuchten wuchs auch die Anzahl meiner Aquarien. In den nächsten Jahren füllte sich
der elterliche Kellerraum mit knapp über 70 Aquarien.

Nach meiner Ausbildung arbeitete ich mich in den folgenden 5 Jahren zum Leiter der Kundenbetreuung und zum
stellvertretenden Geschäftsführer hoch. Bedauerlicherweise bekam ich nervliche Probleme und kündigte Ende April 1995.
Ich wollte mich mit meinem gesparten Geld ein Jahr lang erholen und danach neue Herausforderungen finden. Ein
damaliger Arbeitskollege fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, mit ihm einen eigenen Zierfischgroßhandel zu eröffnen. So
wurde nichts aus meiner geplanten Pause, sondern es ging 1995 an den Aufbau eines eigenen Zierfischgroßhandels.

Im Jahr 2000 zahlte mich mein Geschäftspartner aus und führte unseren Großhandel alleine weiter.
Ich liess in Lorsch ein Gebäude für die Unterbringung einer Aquarienanlage für die Zucht bauen.

Anfangs züchtete ich alle Fische selbst. Das bedeutete ein sehr eingeschränktes Sortiment. Deswegen arbeitete ich später
mit weiteren deutschen Züchtern zusammen und entwickelte mich dadurch immer mehr zu einer „Sammel- und
Hälterungsstation“. An dem ursprünglichen Gedanken nur Zierfische aus deutscher Nachzucht zu verkaufen wurde
vorerst festgehalten. Erst nach einigen Jahren stockte ich das Angebot um importierte Tiere auf. Wobei ich immer in den
Ländern bestelle, wo die Qualität der Tiere erfahrungsgemäss gut ist, auch wenn sie dort teurer sind, als aus anderen
Ländern.

Im Laufe der Zeit gewann ich sogar Großhandelskollegen als Kunden, darunter auch mein ehemaliger Arbeitgeber.
Sie wissen meine Qualität und Aufrichtigkeit zu schätzen, genauso wie das auch meine Einzelhandelskunden zu schätzen
wissen. Sollten Tiere bei mir Probleme machen, dann werden zuerst die Probleme beseitigt. Ein Verkauf von offensichtlich
kranken Tieren löst keine Probleme, sondern schafft nur Neue.

Ich werde mich weiterhin bemühen die beste Qualität zu günstigen Preisen anbieten zu können. Dumpingpreise sind
aber nicht realisierbar, ohne eine tierschutzwidrige Gefährdung unserer Mitgeschöpfe in Kauf zu nehmen.

Mit meiner Aquarienanlage von knapp über 300 Becken gehöre ich zu den kleinsten Großhändlern in Deutschland. Doch
gerade die Überschaubarkeit ist ein großer Vorteil. Ich kenne meine Fische praktisch mit Namen und weiss, welche
 verkaufsfähig sind und welche besser noch etwas bei mir gehältert werden. Alle angebotenen Tiere auf der Stockliste
haben eine angemessene Quarantänezeit in meiner Anlage hinter sich gebracht, sitzen in Lorscher Leitungswasser
ohne Zusätze (bei Brackwasserfischen oder bei Salzzugabe steht der ungefähre Leitwert auf der Stockliste), bereiteten
in der Vorwoche keine Probleme und sind äusserlich gesund.
Ich arbeite mit dem Veterinäramt Heppenheim zusammen und sollte ich einmal bei Problemen mit meinen Fischen selbst
nicht mehr weiter wissen, kenne ich einige Krankheitsexperten, die mir jederzeit unterstützend zur Seite stehen.

Wie mir mein Hauptlehrer damals bereits in der Schule beibrachte:
Man muss nicht alles wissen. Man muss nur wissen, wo man was nachlesen oder nachfragen kann.

Am 05.12.2011 bekam ich Herzprobleme und bin seit dem nicht mehr in der Lage meine Arbeit auszuführen.
Nachdem meine Lebensgefährtin neben ihrem Vollzeitjob mein Geschäft am Laufen hielt, bei mir aber immer noch keine
Besserung eintrat, entschlossen wir uns im Dezember 2012 den Betrieb stillzulegen. Der Abverkauf aus der eigenen
Anlage wird bis spätestens März 2013 beendet sein.
Ein befreundeter Kollege übernimmt ab Januar 2013 den Versand der hier angebotenen Tiere, die alle aus seiner Anlage stammen.
Wir erhalten dafür eine Vermittlungsprovision, die mich finanziell unterstützt, solange ich kein eigenes Geschäft mehr führen kann.

Diese Seite wurde zuletzt am Montag, 18. März 2013 bearbeitet
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